Literaturbezogene Interaktionen in literaturwissenschaftlichen Seminaren mit Lehramtsstudierenden
Überlegungen zur Wissenschaftlichkeit in der Lehrerbildung für das Fach Deutsch
Abstract
Im Zentrum des Aufsatzes steht die Rekonstruktion von Spannungskonstellationen und Handlungsproblemen in literaturbezogenen Interaktionen mit Lehramtsstudierenden, die exemplarisch anhand einer Fallanalyse herausgearbeitet werden. Im Rahmen der strukturtheoretisch-handlungslogisch orientierten Professionalisierungstheorie soll so ein zu verzeichnendes Forschungsdesiderat im Bereich der ersten Phase der Lehrerbildungsforschung bearbeitet werden, indem untersucht wird, wie im Universitätsseminar professionelle Praxis im Umgang mit Literatur gelebt und erlebt wird. Dazu wird zunächst mit Oevermann für die wissenschaftliche Habitusbildung als Ziel der ersten Phase der Lehrerbildung argumentiert. Mit Habermas’ Konzept der Diskurswahrheit und einer am Ideal des Diskurses ausgerichteten erkenntnisorientierten Kommunikation wird sodann ein für die Betrachtung von Kommunikationspraxis im universitären Kontext theoretisch naheliegender und in der fallrekonstruktiven Professionsforschung verwendeter Bezugspunkt vorgestellt, dem die Funktion zukommt, die Überlegungen zur Sozialisation in Wissenschaft interaktionspraktisch greifbar zu machen. Die Analyse der Seminarinteraktion fokussiert im Anschluss fachspezifische Herausforderungen der Einübung in den wissenschaftlichen Diskurs, indem nach Möglichkeiten und Grenzen erkenntnisorientierter Kommunikation über Literatur gefragt wird.
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