Schreibprozesse im Wandel.
Eine Analyse KI-gestützter Schreibworkflows von Studierenden
Abstract
Wissenschaftliches Schreiben erfolgt heutzutage überwiegend digital. Dabei bietet der digitale Raum, durch den sich Schreibende bewegen, eine Vielzahl an Tools und Funktionen, die verschiedene Aspekte des Schreibprozesses unterstützen und beeinflussen. Die Etablierung textgenerierender und ‑relevanter KI-Tools baut auf der bestehenden Schreib-Tool-Landschaft auf und erweitert das Spektrum digitaler Schreibumgebungen um eine Vielzahl von Möglichkeiten. Der vorliegende Beitrag untersucht, ob und wie sich digitale Schreibprozesse durch den Einsatz von KI beim wissenschaftlichen Schreiben verändern. Dafür stellt er das Konzept der Schreibworkflows nach Lockridge und van Ittersum (2020) zur Beschreibung des Zusammenspiels digitaler Schreibtechnologien vor. Anschließend werden mittels Bildschirmaufzeichnungen (Screencapturing) erhobene Schreibworkflows von 19 Studierenden beim Erarbeiten wissenschaftlicher Kurztexte ohne und mit KI beschrieben und mithilfe qualitativer Analysen nach typischen Mustern im Technologieeinsatz der Schreibenden untersucht. Es zeigt sich, dass Schreibworkflows sowohl ohne als auch mit KI individuell stark variieren. Werden KI-Tools von Schreibenden ausschließlich für einzelne Teilaktivitäten eingesetzt, können im intrapersonellen Vergleich Ähnlichkeiten zwischen Schreibprozessen ohne und mit KI beobachtet werden. Werden KI-Tools in starkem Ausmaß eingesetzt, entstehen völlig neue Schreib- und Generierungsworkflows, von denen einige im Artikel exemplarisch vorgestellt werden.
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