Konversation oder Interpretation?

Überlegungen zum Gespräch im Literaturunterricht

Autor/innen

  • Thomas Zabka Universität Hamburg Autor/in

Abstract

Kaspar H. Spinners Basisartikel von 2006 beschreibt neben Kompetenzen, die beim literarischen Lernen erworben werden, auch Formen des Kompetenzerwerbs. Das Gespräch im Lite-raturunterricht ist zum einen eine Erwerbsform von Gesprächskompetenz und zum anderen ein Medium für den Erwerb bestimmter literarischer Kompetenzen. Als Lernform des Gesprächs schult es nicht nur die Teilhabe am Diskurs über ästhetische Gegenstände, sondern auch die Teilhabe am Diskurs über soziale, moralische und politische Belange. Als Medium literarischen Lernens ist das Gespräch besonders geeignet für die Schulung ästhetischer Urteilskompetenz, verstanden als Interpretations- und Wertungskompetenz. Weil Gesprächskompetenz und literarische Kompetenzen im Unterrichtsgespräch erst erworben werden, steht die Gesprächsführung vor der methodischen Aufgabe, Gesprächsimpulse – ähnlich wie Lernaufgaben – verstehens- und verständigungsfördernd zu setzen. Sowohl eine zu enge Lenkung als auch eine zu große Offenheit können Lernprozesse behindern. Deshalb ist es erforderlich, dass Lehrpersonen über ein Repertoire an Gesprächsimpulsen und über Kategorien zur situativen Einschätzung von deren Lernförderlichkeit verfügen.

Literaturhinweise

Downloads

Veröffentlicht

2015-10-06

Zitationsvorschlag

Zabka, T. (2015). Konversation oder Interpretation? : Überlegungen zum Gespräch im Literaturunterricht. Leseräume, 2, 169–187. https://chost53.zim.uni-wuppertal.de/index.php/lr/article/view/123