Vergabe von Identifikatoren zur eindeutigen Referenzierung
Jedem Textträger wird eine eindeutige Identifikationsnummer zugewiesen, über der dieser innerhalb der Edition eindeutig referenziert werden kann. Hierfür wird ein dreiteiliges Schema verwendet, welches aus
dem Kürzel der typologischen Einordnung der Sigle, sowie sofern, vergeben der nachgestellten Fassungszählung,
dem Kürzel der Archivmappe,
der Position in der Archivmappe
besteht. Die Identifikationsnummer ist Teil des automatisch generierten Zitiervorschlags jeder Einzelansicht und ermöglicht die eindeutige Referenzierung einzelner Dokumente. Die Angabe des Identifikators erfolgt im TEI-Dokument über das Attribut @xml:id als Teil des Wurzelelements TEI.
Zuordnung von Siglen
Neben der einmaligen Identifikationsnummer wird jedem in die Edition aufgenommenen Dokument eine (textgenetische) Sigle zugeordnet. Eine einzelne Sigle setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, die erstens das Dokument (textgenetisch) einer bestimmten Ebene des Werks (Teil- versus Gesamtzyklus) zuordnen. Als ordnungsgebendes Kriterium für die Zuordnung zu einer Figuration wird dabei die zunächst veröffentlichte Druckfassung genutzt. Zweitens spiegelt sich hier die Einordnung des einzelnen Dokuments in die zuvor beschriebene Typologie der Textträger wider und drittens wird die Materialität des jeweiligen Dokuments repräsentiert und auf den ersten Blick unterscheidbar gemacht. Hierfür gilt das in der modernen Editionsphilologie grundlegende Prinzip, das Bodo Plachta wie folgt beschreibt: „Eigenhändige Handschriften erhalten inzwischen üblicherweise die Sigle H, eigenhändige Typoskripte die Sigle T, Drucke die Sigle D [...]“ und vom Autor autorisierte Audioaufnahmen und -produktionen die Sigle A.1 Diese Trias wird ergänzt durch eine nachgestellte Textstufen- bzw. Fassungssigle, die die tatsächlich realisierten Fassungen, also konkrete Fassungen, innerhalb eines Texttyps in der jeweiligen Werkebene chronologisch durchzählt.2 Kann ein Textträger zwei voneinander verschiedenen Fassungen zugeordnet werden, zumeist bedingt durch den zeitlichen Abstand von ursprünglicher Bearbeitung sowie der Vorbereitung der radiophonen Realisierungen, so werden zwei Siglen vergeben, die in der Edition als Doppelsigle wiedergegeben werden.
Das komplexe Siglensystem hat in der digitalen Edition vor allem eine navigatorische Funktion, durch die die einzelnen Textträger zueinander in Bezug gesetzt werden und die textgenetische Interpretation (v.a. der Vor- und Nachzeitigkeits-Relationen) wiedergegeben wird. Die Sigle ist in den Metadaten eines jeden Dokuments hinterlegt und kann bei Einzelansicht eines Textträgers im Bereich der Metadaten eingesehen werden.
Es gelten folgende Konventionen für die Vergabe von Siglen:
Zuordnung zu einer Ebene des Werks (entfällt bei Mt, I und Se)
- G
-
Gesamtzyklus
- 1-19
-
Teilzyklus (Figuration)
Typologische Einordnung (Pflichtangabe)
- Mt
-
Tonband
- I
-
Transkript der Interviewaufnahmen
- Se
-
Selektion
- N
-
Notiz
- Sk
-
Skizze
- Sch
-
Schleife
- F
-
Hand- oder maschinenschriftliche Niederschrift einer Figuration
- P
-
Paralipomena
- E
-
Epitextuelles
- D
-
Druck
- A
-
Hörspiel
Angabe des Materials als hochgestellter Index (abgesehen von D, Mt und A)
- D
-
Druck mit handschriftlichen Anmerkungen
- H
-
Handschrift
- T
-
Maschinenschrift
Nachgestellte Fassungszählung (sofern ermittelbar)
- 1-n
-
Zählung der konkreten Fassung innerhalb eines Texttyps bezogen auf die jeweilige Werkebene
Sonstige verwendete Zeichen
- *
-
Unsichere Zu- bzw. Einordnung
- R
-
Bearbeitung für radiophone Umsetzung
Beispielhaft könnten sich so folgende Kombinationen ergeben:
- SeH1
-
Handschriftliche Selektion, 1. Fassung
- SeT2
-
Maschinenschriftliche Selektion, 2. Fassung
- GNH1
-
handschriftliche Notiz zum Gesamtzyklus, 1. Fassung
- 1FH1*
-
handschriftliche Niederschrift der 1. Figuration, 1. Fassung (Fassungschronologie unsicher)
- 1FT2, 1FT4
-
maschinenschriftliche Niederschrift der 1. Figuration, 2. und 4. Fassung
Plachta: Editionswissenschaft. Handbuch zu Geschichte, Methode und Praxis der neugermanistischen Edition, S. 90.↩︎
Zum Begriff der konkreten wie auch der abstrakten Fassung vgl. Stäblein und Stralla: Entgrenzt! Das dynamische Werk und seine Fassungen, S. 152.↩︎